Jahrgangsstufen 7 bis 10
Jede unserer Lerngruppen wird von mind. einer (Klassen-) Lehrkraft sowie einer pädagogischen Fachkraft begleitet. In manchen Gruppen befinden sich Lernende mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die von einer Integrationskraft unterstützt werden.

Bernstein Gruppe (Jgst. 7/8): Deniz Schurz, Katrin Volkmann, Lena Merklein, Jürgen Keller, Katharina Albrecht

Citrin Gruppe (Jgst. 7/8): Maria Klieber, Marius Eckert-Mathes, Silvia Endres

Turmalin Gruppe (Jgst. 9): Michelle Mangold, Tanja Mastel, Stefan Ippach

Rubin Gruppe (Jgst. 9/10): Lisa Leidenberger, Anne Katrin Zeller
Demokratieerziehung ist ein wesentlicher Bestandteil der Montessori-Pädagogik. Das Bekenntnis zu den demokratischen Werten unserer Gesellschaft sowie das Erleben von Selbstwirksamkeit und Verantwortungsgefühl in der Gemeinschaft erfahren die Heranwachsenden der 7. bis 10. Jahrgangsstufen im Rahmen des Gruppenrates. Die SMV ist bei uns ein lebendiger Teil der Gemeinschaft, der die Interessen der Jugendlichen im Rahmen des Säulenforums vertritt und gruppen- sowie stufenübergreifende Feiern organisiert, z.B. die Faschingsfeier.
Dem selbstorganisierten Lernen (kurz: SoL) kommt in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 eine große Bedeutung zu. Die Lernenden übernehmen dabei die Hauptverantwortung für ihren Lernprozess. Sie definieren ihre Lernziele, wählen Lernstrategien und -materialien, planen ihre Zeit, überwachen ihren Fortschritt eigenständig und reflektieren ihren Lernprozess, identifizieren Stärken und Schwächen und passen ihre Strategien entsprechend an. Beim SoL verändert sich die Rolle der Lehrkraft: sie bietet Anleitung, Begleitung, Unterstützung sowie Feedback und schafft eine lernförderliche Umgebung, in der selbstorganisiertes Lernen ermöglicht wird.
Die Lernenden dokumentieren ihren Lernprozess in ihrem Logbuch und reflektieren über Fortschritte und Herausforderungen.
Die Lernenden setzen sich selbstständig mit für sie relevanten Themen auseinander und wenden dabei zunehmend wissenschaftliche Arbeitsweisen an. Ihre Ergebnisse präsentieren sie in Form von Referaten bzw. Vorträgen.
Auch in den Jgst. 7 bis 10 setzen wir Materialien zum Be-greifen ein, jedoch nicht mehr in diesem Maße wie in den Jgst. 1 bis 6. Wir lassen uns dabei von Michael J. Waski aus den USA inspirieren und arbeiten mit Materialien, die für Jugendliche altersgemäß sind. Zudem finden zunehmend digitale Endgeräte ihren Einsatz.
Damit die Naturwissenschaften nicht zu kurz kommen, setzen wir in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 Fachexpertinnen für die Bereiche Biologie, Physik und Chemie ein, die den Jugendlichen im hochwertig ausgestatteten Labor forschende und wissenschaftliche Arbeitsweisen ermöglichen können.
Wir arbeiten projektorientiert und bringen schulisches Lernen sowie „echtes Leben“ miteinander in Verbindung. So ist zum Beispiel unser Pausenverkauf ein Projekt, das in den Köpfen der Kinder und Jugendlichen entstanden ist, von ihnen selbst geplant, organisiert und umgesetzt wird. Dabei werden mehrere Fachbereiche miteinander in Verbindung gebracht: Sprache, Mathematik, Wirtschaft und Beruf, Kunst, Ernährung und Soziales.
Dem Hinausgehen und dem Lernen in einer Lebenswelt außerhalb der Schule kommt in der Montessori-Pädagogik eine große Bedeutung zu. So geben die Lernbegleitungen und Experten von außerhalb den Kindern bereits ab der fünften Jahrgangsstufe Einblicke in die Arbeitswelt, in den Bereich der Wirtschaft und des Rechts. In den Jahrgangsstufen 5, 6 und 7 absolvieren die Lernenden jeweils eine sog. „Schule-vor-Ort“-Woche in einem Handwerksbetrieb, im Bereich der Landwirtschaft und Versorgung oder im Dienstleistungssektor, so dass sie erste Einblicke in einzelne Bereiche der Arbeitswelt gewinnen. In der 8. Jahrgangsstufe besuchen die Jugendlichen Ausbildungsmessen im Landkreis und absolvieren zwei Praktikumswochen. Freiwillig absolvieren die Lernenden auch in den Jahrgangsstufen 9 und 10 Praktika.
Zu den Bedürfnissen der Heranwachsenden zwischen 12 und 16 Jahren zählen auch altersgemäße und von fachlichen Expertinnen und Experten begleitete Angebote zum kreativen Ausdruck:
- Fachexperten in den Bereichen Gestaltung, Kunst und Musik
- Kreativtrakt mit Werkstatt, Atelier und Musikzimmer
theaterpädagogische Angebote/ Impulse im Rahmen des offenen Ganztags und in den Jahrgangsstufen 7 und 8

Unsere Fachlehrer
Maria Montessori entwickelte ihre Idee des „Erdkinderplans“ um 1920. In einer modernen Umsetzung des Erdkinderplans geht es darum, Jugendlichen zwischen 12 und 14 Jahren eine für die Entwicklungsphase angepasste vorbereitete Umgebung zu geben: raus aus dem Schulgebäude, rein in die Natur und körperliche Anstrengungen. Dabei werden zwischenmenschliche Beziehungen in den Fokus gerückt: ständige Kommunikation, das Erleben von Selbstwirksamkeit, Einordnen des eigenen Empfindens, Denkens und Verhaltens. Das Bedürfnis, den eigenen Platz in der Gesellschaft zu finden, steht an erster Stelle. Zudem übernehmen die Jugendlichen echte Verantwortung für ihre Projekte und bewältigen dabei Herausforderungen. Sie schaffen Sichtbares, stellen praktisch etwas her und verdienen ihr eigenes Geld. Auf unserem gepachteten Grundstück in fußläufiger Nähe zur Schule betreiben die Jugendlichen unter behutsamer Anleitung der Lernbegleitungen und externen Fachkräfte Gartenbau. Selbstversorgung, Handwerkliches und Kreatives finden ihren Platz.
Ausflüge und Exkursionen bereichern unser Schulleben. Die Jugendlichen der 7 bis 10. Jahrgangsstufen gehen jedes Jahr auf eine mehrtägige Schülerfahrt – entweder innerhalb Deutschlands oder außerhalb. Uns ist es wichtig, dass alle Jugendlichen daran teilnehmen, da sie Selbstständigkeit außerhalb von Schule und Elternhaus üben und das Gemeinschaftsgefühl in den Lerngruppen gestärkt wird.
An unserer Schule schreiben die Lernenden keine Tests wie an staatlichen Schulen. Der Beobachtung durch ihre Lernbegleitungen kommt eine große Bedeutung zu. Jugendliche und Eltern erhalten regelmäßig Rückmeldung über den Entwicklungs- und Leistungsstand:
- Reflexions- und Feedbackgespräche zwischen Lernender/m und Lehrkraft
- individuelle ausführliche schriftliche Feedbacks auf schriftliche Arbeiten und Präsentationen
- selbstorganisierte Tests
- Dokumentation im Logbuch
- ausführliche Elterngespräche bzw. Eltern-Lernende/r-Gespräche
- Gespräche über den Entwicklungs- und Lernstand zum Schulhalbjahr
- eine schriftliche Dokumentation über den Entwicklungs- und Lernstand („IzEL“) am Schuljahresende
Ab der 3. Jahrgangsstufe ist Englisch die Fremdsprache, mit der sich alle Kinder und Jugendlichen im Rahmen ihres Lernens auseinandersetzen. Freiwillig können sie Spanisch als zweite Fremdsprache erlernen.
Die Jugendlichen der 8. Jahrgansstufe erstellen die sogenannte „Große Arbeit“. Sie wählen selbst ein Thema und setzen sich mit diesem forschend und wissenschaftlich auseinander. Darüber verfassen sie eine schriftliche Arbeit. In Begleitung einer Mentorin/ eines Mentors stellen die Heranwachsenden im praktischen Tun ein dazu passendes Werkstück her. Die Arbeiten werden am Ende des Schuljahres vor einem größeren Publikum bestehend aus der Schulgemeinschaft, den Eltern, Familienangehörigen, Freunden, einer Jury und Zuhörern aus Politik und Betrieben der Stadt Rothenburg präsentiert.
Wir sind eine „staatlich genehmigte Ersatzschule“, deren Schülerinnen und Schüler an den staatlichen Abschlussprüfungen in der 9. und 10. Jahrgangsstufe an der zugewiesenen Prüfungsschule teilnehmen, so dass sie einen staatlichen Abschluss erwerben können:
In der 9. Jahrgangsstufe sind dies:
- Erfolgreicher Abschluss der Mittelschule (Erreichen des Jahreszieles der 9. Jahrgangsstufe, gemäß Lehrplan der Mittelschule Bayern)
- Qualifizierender Abschluss der Mittelschule (staatliche Abschlussprüfungen werden mit einem Notendurchschnitt von mind. 3,0 bestanden)
Mit einem Notendurchschnitt von 2,33 (in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch) können unsere Jugendlichen bei uns die 10. Jahrgangsstufe besuchen. Dabei erwerben sie, wieder durch die staatliche Abschlussprüfung, den Mittleren Schulabschluss der Mittelschule.
Natürlich werden unsere Jugendlichen auf die Abschlussprüfungen vorbereitet.
Nach der 9. Jahrgangsstufe entscheiden sich einige der Jugendlichen für eine Berufsausbildung (und können auf diesem Weg mit dem sogenannten „Quabi“ ebenfalls einen mittleren Schulabschluss erwerben).
Nach der 10. Jahrgangsstufe stehen den Heranwachsenden alle Bildungswege offen:
- Berufsausbildung mit evtl. anschließendem Abitur an einer Berufsoberschule (BOS)
- das Abitur oder Fachabitur über eine staatliche Fachoberschule (FOS)
- das Abitur oder Fachabitur über eine Montessori-Oberschule, z.B. in Würzburg oder Nürnberg
- das Abitur in der Oberstufe eines staatlichen Gymnasiums
Somit stehen den Heranwachsenden über den Montessori-Bildungsweg alle Wege offen. Unser Ziel ist es, sie darin zu begleiten, ihre eigenen Stärken und Potenziale zu entwickeln und zu erkennen, so dass sie die Wahl ihres Bildungsweges nach der 9. bzw. 10. Jahrgangsstufe selbstverantwortlich und reflektiert treffen können.
Offener Ganztag in den Jahrgangsstufen 5 bis 10:
Die Unterrichtszeiten für die Lernenden unserer Sekundarstufe (Jahrgangsstufen 5 bis 10) sind an allen fünf Wochentagen von 8:00 Uhr bis 13:00 Uhr. Zudem besuchen alle gemäß unserem Schulkonzept an mindestens zwei Nachmittag die offene Ganztagsschule. An diesen Tagen geht der Unterricht nach einer einstündigen Mittagspause von 14:00 Uhr bis 15:30 Uhr.
Die Jugendlichen der 9. und 10. Jahrgangsstufen können während der Mittagspause das Schulgelände verlassen, die jüngeren Lernenden verbringen diese im Schulgebäude.
Einen Nachmittag pro Woche verbringen die Kinder und Jugendlichen in ihren Gruppen und werden dabei von ihrer Klassenlehrkraft und ihrer pädagogischen Fachkraft begleitet. Diese Zeit dient der Vertiefung von Inhalten aus der Freiarbeit, der Weiterarbeit an Projekten, Going outs und Ausflügen.
Für mindestens einen Nachmittag pro Woche wählen die Lernenden ein Angebot aus verschiedenen Bereichen aus:
- sportlicher Bereich, z.B. Volleyball, Tanz
- musikalischer Bereich, z.B. Musikstudio
- sprachlicher Bereich, z.B. Spanisch, Englisch
- kreativen Bereich, z.B. Atelier, Nähwerkstatt, Theater
informationstechnischer Bereich, z.B. Arbeit mit den Office-Programmen und dem 3-D-Drucker
